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Wissenschaftlerin stellt SPD-Fraktion Ergebnis der Diplomarbeit über den Okerbogen bei Hillerse vor

Die Oker bereitet den Einwohnern des Ortes Hillerse an seiner südlichsten Stelle ein wenig Sorge. Hier nagt der Fluss seit Jahrzehnten in einer ausgeprägten Schleife an dem dorfseitigen Hang entlang des Sportweg und des Sportgeländes - nach Empfinden der Bürger in den vergangenen Jahren beträchtlich. SPD-Fraktionsvorsitzender und Diplom-Geograph Karsten Dürkop hat die Kontakte aus seiner Studienzeit zur Uni Braunschweig genutzt und die Wasserbauer des Leichtweiß-Instituts mit dem Problem konfrontiert. Dr. Katinka Koll fand die Situation derart interessant, dass eine Diplomarbeit zum Thema " Möglichkeiten zur Stabilisierung einer Mäanderschleife am Beispiel des Okerbogens Hillerse" vergeben wurde. Die Arbeit von Tina Wermes aus Braunschweig ist nun fertig gestellt und wurde auf Wunsch von Dürkop den Mitgliedern der SPD-Fraktion vor Ort von Dr. Koll vorgestellt. Da keine längerfristigen Felduntersuchungen vorgenommen werden konnte, dienten als Datengrundlage Luftbilder der Jahre 1958 bis 2009 des Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN). Diese zeigten allerdings kein so deutliches Bild des Erosionsverlaufs (Bodenabtrags) wie es die Einwohner Hillerses erinnern. Eines kann aber festgehalten werden: Die Erosion am Prallhang zum Sportgelände ist stärker als am vorgelagerten Hang entlang des Sportwegs. Eine akute Gefährdung von Straße und Sportplatz könne man nach der jetzigen Untersuchung noch nicht erkennen, so Dr. Katinka Koll. Zu möglichen Sicherungsmaßen hat die Diplomandin drei Varianten dargestellt. Es sind dieses ein Deckwerk aus Wasserbausteinen, Weidenstecklinge mit Senkfaschinen und Sohlgrundbuhnen. Favorisiert werde in der Diplomarbeit der Schutz durch Buhnen. Sie würden sich direkt auf das Strömungsgeschehen auswirken und den Wasserdruck vom betroffenen Ufer fernhalten. Allerdings, so schränkte Dr. Koll ein, sei das Verfahren noch nicht in einem Fluss wie der Oker erprobt worden. Auch zu den Kosten der einzelnen Maßnahmen konnte sie keine Auskunft geben, da kontaktierte Baufirmen keine genauen Zahlen nennen wollten. Da nach Auffassung von Dr. Koll die akute Gefahr für die Böschungen nicht so hoch sei, empfahl sie Bürgermeister Tanke jetzt erst einmal Messungen vorzunehmen, um die tatsächliche Erosionsleistung und die Änderungen der Flussgeometrie genauer zu dokumentieren als es mit den Fotos möglich gewesen sei. Dazu benötigte man nur zwei Festpunkte, die in ihrer Lage und Höhe unveränderlich sind, beispielsweise am Rand der Straße. Karsten Dürkop hält das für eine gute Idee. Der Gemeinderat werde demnächst darüber beraten, versicherte der Fraktinsvorsitzende.

Okerbogen

BU: Dr. Katinka Koll (2.v.r.) von der Uni Braunschweig stellt Mitgliedern der SPD-Fraktion die Ergebnisse der Diplomarbeit zum Okerbogen in Hillerse vor.



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